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Ernährung bei fortschreitenden Lebererkrankungen

ALLGEMEINES ZUR ERNÄHRUNG
Bei Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose (Child B und C) findet man vielfach Komplikationen, die eine diätetische Umstellung erforderlich machen. Dazu gehören Enzephalopathie (Gehirnleistungsstörung), Wassereinlagerungen (Ödeme, Aszites), Muskelschwund und Knochenabbau. Es muss somit eine einseitige Ernährung vermieden werden. Die Ernährung bei Leberzirrhose sollte genügend Kalorien (bei einem Körpergewicht von 70 kg über 2.100 kcal pro Tag) enthalten und ausgewogen sein. Eine ausgewogene Nahrung enthält

bullet300 g Kohlenhydrate (55%),
bullet70 g Fett (30%) und
bullet80 g Eiweiß (15%).

Am besten sollte die Nahrungsaufnahme auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden. Wie viel Eiweiß und Salz die Nahrung enthalten darf und wie viel Flüssigkeit erlaubt ist, sollte der Arzt im Einzelfall festlegen. Manchmal ist eine Substitution von Vitaminen und Mineralstoffen erforderlich. Eine Beratung bekommt man durch den Arzt, Diätassistenten und durch Diätbücher.

EIWEIßZUFUHR
Die Eiweißzufuhr sollte 1,2 g pro kg KG pro Tag betragen, wenn keine andere ärztliche Anordnung gilt. Eine Einschränkung der Eiweißzufuhr kann vorübergehend notwendig werden, wenn eine diätetisch ausgelöste Enzephalopathie (Hirnleistungsstörung) eintritt.

SALZZUFUHR
Eine Neigung zu Wassereinlagerung in Beine und Bauchraum kann es erforderlich machen, die Kochsalzzufuhr einzuschränken (ca 3g/d). Der normale Salzgehalt des Essens reicht für den Körper aus, so dass zusätzliches Salzen unbedingt zu unterlassen ist. Vermieden werden müssen: Käse, Wurst, Schinken, Brühwürfel, Gepökeltes und Geräuchertes, gesalzene Backwaren, salzreiche Mineralwässer u.a. salzreiche Nahrungsmittel.

FLÜSSIGKEITSZUFUHR
Sie ist nur für den Fall einzuschränken, dass die Behandlung von Aszites durch Kochsalzrestriktion nicht ausreicht und im Blut eine Hyponatriämie eintritt. Dann sollten nicht mehr als 1,2 oder nur 1,0 l Flüssigkeit pro Tag aufgenommen werden. Die Salzkonzentrationen im Blut müssen durch den Arzt ständig kontrolliert werden.

VITAMINE UND SPURENELEMENTE
Man kann - auch ohne teure laborchemische Überprüfung - davon ausgehen, daß bei den meisten Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose ein Mangel an Magnesium, Zink und Vitamin A eintritt. Über die Nahrung werden diese nicht ausreichend aufgenommen und so muß durch entsprechende Medikamente nach Verordnung durch den Arzt substituiert werden. Das gleiche gilt für Vitamin D und Kalzium zur Knochenstärkung. Bei Alkoholkranken kann besonders die Substitution von Vitamin B1 und B6 notwendig werden. Auch Vitamin E sollte sinnvollerweise substituiert werden, besonders bei M. Wilson, Hämochromatose und Abetalipoproteinämie.

 

Referenzen:

  1. Z. Gastroenterol. (Suppl. 5) 1996
  2.  

 

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