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Arbeitskreis Organspende

Bundesweite Aufklärung seit 15 Jahren

Mitte der siebziger Jahre stieg die Zahl der Nierentransplantationen in der Bundesrepublik kontinuierlich an. Die medizinischen Probleme waren weitgehend bewältigt. Die Bemühungen des Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation (KfH), damals noch Kuratorium für Heimdialyse, hatten zudem dazu geführt, dass die organisatorischen, personellen und finanziellen Probleme der Nierentransplantation gelöst werden konnten.

Zu diesem Zeitpunkt war das Thema "Organspende" in der Bevölkerung nahezu unbekannt, der Gedanke dieses humanitären Anliegens schwer zu verbreiten. Die Spenderausweise waren sehr unterschiedlich in Aussage und Form, sodass in der Bevölkerung Zweifel aufkamen, welche Informationen und Ausweise als "offiziell gültig" anzusehen waren. Es war dringend notwendig, eine zentrale Anlaufstelle für Auskünfte zum Thema Organspende und zur Verbreitung entsprechender Informationsmaterialien einzurichten.

Abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit

Auf Initiative des KfH trafen die bis dahin mit der Verteilung von Organspenderausweisen befassten Organisationen zusammen, um die Öffentlichkeitsarbeit für die Organspende untereinander abzustimmen. Am 9. November 1979 gründeten die Teilnehmer dieses Treffens den Arbeitskreis Organspende. Federführung und alleinige Finanzierung übernahm das KfH, Sitz Neu-Isenburg.

Schirmherr des Arbeitskreises Organspende ist seit Bestehen der Bundesminister für Gesundheit. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fördert die Maßnahmen des Arbeitskreises jährlich mit 125.000 DM.

Inzwischen gehören dem Arbeitskreis 28 Organisationen und Verbände an. Mitglieder sind unter anderem die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, der Verband der Privaten Krankenkassen sowie verschiedene Patientenvereine und karitative Einrichtungen.

Information für Laien und Fachleute

1980 erschien das erste gemeinsame Faltblatt "Leben bewahren" mit zwei anhängenden Organspenderausweisen. Heute stehen eine Vielzahl von Schriften und Sonderdrucken für medizinische Laien wie für Fachleute zur Verfügung. Ausstellungswände und eine Filmreihe, die sich an die breite Öffentlichkeit, an Jugendliche, Ärzte und Pflegekräfte richten, werden für Informationsveranstaltungen verliehen.

Mit der Herausgabe einer Unterrichtseinheit wurde dem vielfachen Wunsch entsprochen, durch geeignete Materialien den Themenbereich "Organspende" verstärkt Jugendlichen zugänglich zu machen. Die Mappe ist nicht nur für den Schulunterricht geeignet, sie wird ebenfalls als Arbeitshilfe in der Erwachsenenbildung, in Krankenpflegeschulen und karitativen Einrichtungen angeboten.

Jeden Monat verschickt der Arbeitskreis Organspende einen Pressedienst an die Printmedien, Rundfunk und Fernsehen, der sich mit Themen um die Organtransplantation und Organspende befasst. Dadurch ermöglicht er eine verantwortungsvolle Berichterstattung. Mit Anzeigenvorlagen bittet der Arbeitskreis Zeitungen und Zeitschriften um einen kostenlosen Abdruck.

Mehr als 5.000 Anrufe im Jahr

In den letzten zehn Jahren wurden vom KfH mehr als 11 Millionen Faltblätter und 3,5 Millionen Broschüren Antworten auf Fragen" mit jeweils zwei Organspenderausweisen auf Anfrage versandt. Sie gingen in erster Linie an Multiplikatoren wie Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Krankenhäuser, sowie an Gemeinden, Bundeswehr, Kirchen, Interessengemeinschaften, Transplantationszentren, karitative Einrichtungen und Schulen etc. Dort erwarten interessierte Bürger die Auslage von Informationen zur Organspende.

Die Bilanz der letzten zehn Jahre setzt sich fort: Über 2 Millionen Autoaufkleber, 15.000 Plakate, 500.000 Schriften zu ethisch- moralischen, gesetzlichen und organisatorischen Fragen der Organspende konnten verteilt werden. Dazu kamen 75.000 Aufsteller für Faltblätter. Insgesamt 12.000 schriftliche und 5.000 telefonische Anfragen werden jedes Jahr in Neu-Isenburg beantwortet.

Bemühungen werden fortgesetzt

Das Spektrum der Informationsmaterialien ist mittlerweile breit. Die hohe Zahl der Anfragen belegt, dass das Interesse der Bevölkerung am Thema Organspende groß, ja in den letzten Jahren noch gestiegen ist. Dies zeigt, dass die Gesellschaft im hohen Maße kranke und behinderte Menschen akzeptiert und sich mit ihnen solidarisiert.

Derzeit wird jedoch das Thema Organtransplantation und Organspende vielfach negativ in den Medien diskutiert. Umso wichtiger ist es, dass dieser Themenkreis angemessen behandelt und dass dabei auf die mit der Organspende verbundenen Gefühle und Vorbehalte eingegangen wird.

Für viele Menschen ist die Auseinandersetzung mit der Organspende eine erste Konfrontation mit dem eigenen Tod, Berührungsängste sind allzu verständlich.

Das überwiegend positive Klima zur Organspende in der Bevölkerung ermutigt jedoch, mit dem Bemühen des Arbeitskreises, die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen, fortzufahren. Nur durch ein Zusammenwirken der Ärzte mit ihrem medizinischen Können und Menschen, die sich für eine Organspende im Falle des eigenen Todes entschieden haben, kann es gelingen, möglichst so viele Organe zu übertragen, wie schwerkranke Patienten auf diese lebensrettende und gesundheitsfördernde Operation hoffen.

Anna Viek,
Arbeitskreis Organspende

 

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